ULRICH GEBAUER

„Ich mÖchte ein guter Schauspieler werden.“

Biografie des Schauspielers Ulrich Gebauer

Als Kind ist Ulrich Gebauer ein begnadeter Eiskunstläufer. Mit 12 wird er sogar baden- würtembergischer Jugendmeister. Die Noten im Gymnasium lassen leider zu Wünschen übrig... und so muss Ulrich Gebauer auf die Realschule wechseln und als erzieherische Maßnahme mit dem Eislaufen aufhören. Er reißt sich zusammen und darf dafür am Jugendtheater Ravensburg spielen. „Sehr viel und sehr dominant.“ Ein Dramaturg vom Landestheater Tübingen drückt ihm ein paar Adressen von Schauspielschulen in die Hand. Mit dem Ergebnis: Gebauer wird Student an der Universität der Künste in Berlin. Nach erfolgreichem Abschluss lädt man ihn zum Vorsprechen ans „Schauspiel Stuttgart“ ein. Stuttgart bedeutet für den jungen Schauspieler das „Mekka des deutschen, politischen Theaters“, denn da ist Claus Peymann Intendant. Claus Peymann. Das enfant terrible des deutschen Theaters, der „Papst der deutschen Theaterlandschaft“, der wegen einer Geldsammlung für einen Zahnersatz für die inhaftierte RAF-Terroristin Gudrun Ensslin in Stuttgart erstmals bundesweit für Schlagzeilen sorgt. Mit hoch komplexen Streitstücken tourt das Ensemble durch Deutschland. Ulrich Gebauer mit seinen Anfang 20 mittendrin und begeistert. Schon seine Studienzeit in Berlin bezeichnet er als „sehr politisch interessiert“, als die R.A.F. 1977 Hans Werner Schleyer entführt, schreiben die Studenten als Abschlussarbeit das Theaterstück „Der Brautschleier – oder der braune Fleck muss weg“.

Peymann wird wie ein Ziehvater für Gebauer und nimmt ihn 1979 für sieben Jahre mit ans Schauspielhaus Bochum. Dort spielt Gebauer "Schatten eines Rebellen", "Mutter Courage" oder "Kleinbürgerhochzeit". Allerdings kommt es zu ersten Auseinandersetzungen mit Peymann. Gebauer weigert sich in einer Verfremdung der "Fledermaus" mitzuspielen und steht somit kurz vor dem Rausschmiss. Er fliegt nicht, doch zur Strafe besetzt man ihn ein halbes Jahr lang nicht. Gebauers Reaktion ist eine schriftliche Kündigung mit sofortiger Wirkung, postwendend kommt die Antwort von Peymann: „Wenn wir beide aus unseren Fehlern lernen, dann kommt die Liebe schnell zurück“.
Die Liebe kommt zurück und Gebauer geht zusammen mit Peymann 1986 ans Burgtheater Wien. In dieser Zeit wird er für seinen ersten Kinofilm engagiert. Unter der Regie von Dominik Graf steht er mit Götz George und Gudrun Landgrebe für den Film "Die Katze" vor der Kamera.
Im Burgtheater Wien spielt Gebauer von 1986 – 1990 u.a. „Leonce und Lena“, „Sommernachtstraum“ oder „Wilhelm Tell“ und Peymann sorgt für schwere Auseinandersetzungen mit Teilen der Wiener Presse. Auch die Streitereien zwischen Peymann und Gebauer häufen sich und führen schließlich zum endgültigen Bruch zwischen den beiden.
Peter Palitzsch, (Regisseur, Intendant & Brecht-Schüler) tritt ins Leben von Ulrich Gebauer. Eine intensive Freundschaft entsteht, die auch bis zum Tod von Palitzsch 2004 nicht an Nähe verliert. Gebauer spielt unter Palitzsch am Schauspielhaus Zürich „Glaube, Liebe, Hoffnung“, am Theater Basel „Onkel Wanja“ und hat feste Engagements am Nationaltheater Luxemburg und am Schauspielhaus Frankfurt. Auch bei der letzten Inszenierung Palitzschs, das selbstverfasste Drei kurze Texte (mit tödlichem Ausgang), 2003 uraufgeführt in Luxemburg, steht Ulrich Gebauer auf der Bühne. Gleichzeitig häufen sich seit Anfang der 90er die Aufträge fürs TV.

Mittlerweile ist das Gesicht Ulrich Gebauers in der deutschen Fernsehlandschaft nicht mehr wegzudenken. Mehr als 100 Rollen hat er bereits verkörpert. Keine Krimi-Serie ohne Gebauer, sei es „Tatort“, „Soko“, „Ein Fall für Zwei“ oder „Polizeiruf 110“.

Fünf Jahre lang mimt er den machtgierigen, gerissenen und intriganten Claas Moser in der ZDF-Erfolgsserie „Der Landarzt“, für zwei Jahre schlüpft er in die Rolle des durch die Arbeit zynisch gewordenen Paukers Günter Rose für die RTL-Serie „Der Lehrer“ (ausgezeichnet 2009 mit dem Deutschen Fernsehpreis in der Kategorie „Beste Serie“). Als ausgebufften SoKo-Leiter Hendricks, der einerseits so warmherzig wie ein Gefrierfach ist, andererseits für sein Team über glühende Kohlen laufen würde ist Gebauer zwei Staffeln lang an der Seite von Christian Ulmen in der mit dem Grimme- Preis ausgezeichneten Krimi-Serie „Dr. Psycho“ zu sehen.

Für die ZDF-Reihe „Die Deutschen“ verkörpert Gebauer 2010 Gustav Stresemann, für den ARD-Zweiteiler „Gottes mächtige Dienerin“ steht er neben Christine Neubauer als Kardinal Faulhaber vor der Kamera. Um 2011 beim der Kinoproduktion „ Die Kirche bliebt im Dorf“ – der erste schwäbischen Western- erneut einen Geistlichen zu spielen: Pfarrer Schäuble an der Seite von Natalia Wörner.

Das Rollenrepertoire von Ulrich Gebauer ist weitgesteckt: vom ehrgeizigen Jesuitenpater, über den mörderischen Versicherungsvertreter, bis hin zum Jäger in Xaver Schwarzenbergers „Krambambuli“.

„Ich hab immer gern die Schrägen, die Unlogischen gespielt, aber jetzt reizen mich die Geraden, die für was stehen.“ Ulrich Gebauer ist auch einer von denen. Von den Geraden, die für was stehen. So wie für sein Ziel: „Ich möchte ein guter Schauspieler werden.“


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